Cabrera

Fakten und Lage

Der nationale See- und Landschaftspark Cabrera ist bei Urlaubern heutzutage ein beliebtes Ausflugsziel, zumal die Lizenzen zum Besuch der Inselgruppe nur spärlich erteilt werden. (Mehr dazu auch auf unseren Ausflugsseiten)

Ein paar Fakten:

1991: Cabrera wird zum nationalen See- und Landschaftspark erklärt

Der Naturpark verfügt über 10.021 ha (davon 1318 ha Landschaft, 8703 ha Meereszone). Cabrera gehört zum Gemeindegebiet von Palma de Mallorca.

Die Inselgruppe setzt sich zusammen aus der Insel Cabrera, der Insel Conejera und 17 anderen kleinen Inseln.

Situation: Die Inselgruppe befindet sich im Süden der Insel Mallorca, die einzige Möglichkeit dorthin zu gelangen ist auf dem Seeweg. Von den Häfen Colonia de Sant Jordi und Palma legen die so genannten Golondrinas mit Ziel Cabrera ab.
Da die Liegeplätze vor Cabrera aber limitiert sind, muss eine Reservierung erfolgen.
(Mehr dazu auch auf unseren Ausflugsseiten)

Vorschriften aufgrund des Status "Naturschutzpark":

- Es ist strikt verboten die kleinen Inseln rund um Cabrera zu betreten. Zur Umschiffung dieser Inseln zu umschiffen, benötigen Bootsführer eine spezielle Genehmigung. Die Annäherung mit Motorschiffen (Motorbooten, Jetskis, etc.) wird nicht genehmigt.

- In der Umgebung von Cabrera darf weder gefischt, noch Wasserski gefahren werden.

Früher Gefangenenlager- heute paradiesisch

Bis vor wenigen Jahren wurde Cabrera für militärische Übungen genutzt, das ist noch relativ bekannt. Im 19. Jahrhundert - und das ist die dunkle Seite der Trauminsel -,war die Insel Cabrera jedoch, nach dem Unabhängigkeitskrieg zwischen Frankreich und Spanien, Schauplatz unvorstellbaren Leides.

Nach der Schlacht von Bailén (Andalusien, 1808), die als erste Niederlage der napoleonischen Besetzer und Auftakt zum Kriegsende in die Geschichte einging, wurden tausende von französischen Kriegsgefangenen in Sanlúcar versammelt, um nach Rocheford gebracht zu werden. Diese Kriegsvereinbarung wurde aber vom damaligen Gouverneur von Cádiz missachtet. Er ließ die Gefangenen zum Hafen von Santa Maria bringen, wo man sie auf acht Schiffe verteilte und auf die kanarischen Inseln und auf die Balearen verbrachte.

Von den Gefangenen wurden 9000 Männer auf der Insel Cabrera ihrem Schicksal überlassen. Auf der kaum 16 km2 großen Insel, die keinerlei Infrastruktur oder Kommunikationswege besaß, um die dort inhaftierten mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen, waren damals keine Befehlshaber verblieben, die vielleicht ein Mindestmaß an Disziplin und Ordnung aufrechterhalten hätten können. Wenn zunächst noch vereinzelte Schiffsladungen mit Lebensmitteln und Wasser ein Überleben möglich machten, wurden die Gefangenen aber nach und nach vergessen, der einbrechende Winter mit schwerer See und die praktische Unmöglichkeit von der Insel zu fliehen schafften ein übriges: nur 3600 Soldaten überlebten. Was mit der Mehrheit damals geschah mag man sich kaum ausmalen.

Auf der Insel verblieben die Gebeine der Toten und die Inschriften der Gefangenen auf den Felsen sind heute Zeuge der vielen Abstrusitäten, die die Soldaten über fünf jahrelang ertragen mussten.

Zu Besuch auf der heute paradiesischen Insel, mit ihren zahlreichen geschützten Arten und den riesengroßen Fischen, die die Küste rund um Cabrera bevölkern, möchte man kaum glauben, das es ein solches Kapitel schwarzer Historie gegeben hat. 1847 wurde zur Erinnerung an die Opfer ein Denkmal errichtet, es steht in der Mitte der Insel.

Ein Museum zur Geschichte Cabreras ist fussläufig vom Ankerplatz der Ausflugsboote erreichbar.






Die Festung

Im 14. Jahrhundert wurde auf einer Anhöhe eine Festung errichtet um sich gegen die Attacken der Piraten zu wehren. Wenn die Wachmannschaften von dort aus ein Piratenschiff ausmachten, gaben sie Feuersignale, die von den Wächtern auf den Wachtürmen im Süden Mallorcas wahrgenommen wurden und dann zu allen anderen Wachtürmen der Insel weiter gegeben wurden.

In den Chroniken der Historiker ist zu lesen, dass eine der härtesten Strafen - sogar härter als zur Galeerenhaft verurteilt zu werden - die Straf-Wache auf Cabrera gewesen sein soll.

Die Festung von Cabrera wurde im Laufe der Geschichte mehrmals zerstört und wieder aufgebaut.