Sant Joan

Sant Joan

liegt, etwas versteckt, in der Region Plà de Mallorca, der mallorquinischen Zentralebene.
Das Dorf mutet jedoch aufgrund der zahlreichen Hügel und der versteckten Lage eher wie ein Bergdorf an.
Die Berge, die in dem Gemeindegebiet liegen, sind der Puig de San Nofre, der Puig de Ses Algorfes und Es Castellots.
Der "Es Castellots" befindet sich in der Nähe der „Possesion de Solana“, einem Ort, von dem aus alter Quelle überliefert wird, dass hier ein Schäfer das Bild der Gottesmutter fand, das sich nun in der Mare de Déu de Consolació befindet.

Mit kleinen Abwandlungen wird diese Legende übrigens von allen Marienbildern Mallorcas erzählt.
Dort, wo Häuser und Strassen treppenförmig angeordnet sind, erblickt man die typischen Formen und Farben von Sant Joan:
Getreidefelder, Obstbäume und Gärten.

Die wichtigsten Erträge können die Bauern hier aus dem Getreideanbau erzielen, auch der Knoblauch wächst hier gut und reichlich.
Sant Joan gehört zu den Dörfern Mallorcas die noch am stärksten landwirtschaftlich geprägt sind.

Die Einwohner Sant Joans unternehmen seit jeher große Anstrengungen hinsichtlich von Innovationen, um die Ernteerträge zu verbessern. Anfang des Jahrhunderts gab der Besitzer des Gutshofes Es Calderers den Anstoß zur Einführung neuer Anbautechniken, die damals verglichen mit den traditionellen Methoden auf Mallorca revolutionär waren. Neben der Landwirtschaft ist die Viehzucht wichtig. Das Hauptprodukt ist Wurst aus Schweinefleisch, das traditionell verarbeitet wird. In letzter Zeit wird die Ausweitung der Zucht des cerdo negro (des schwarzen Schweins), das für Mallorca typisch ist, gefördert.

Auch Feste spielen in Sant Joan eine grosse Rolle. Es gibt drei Traditionsfeste, die nur in diesem Dorf gefeiert werden: Die "Fiesta del Sol que baila" (das Fest der tanzenden Sonne) markiert den Sommeranfang. Bei Tagesanbruch wird eine Wallfahrt zur Mare de Déu de Consolació hinauf gemacht, um zu beobachten, wie die Sonne bei ihrem Aufgang „tanzt“. Dies hat seinen Ursprung in heidnischen Zeiten und macht deutlich, wie sehr die Natur mit dem Zyklus des ländlichen Lebens verbunden ist.

Eine andere Festivität ist die "Fiesta de Pan y Pescado", die einen religiösen Hintergrund hat und an das Wunder der Vermehrung von Brot und Fisch erinnert. Auch das letzte Fest hat etwas mit Essen zu tun: die "Festa del Botifarró" kennzeichnet das Ende des Sommers und läutet die Ankunft der Kälte ein: ab jetzt kann man über der Glut von Lagerfeuern geröstete Wurst aus Schweinefleisch essen.